40 Jahre WSCS e.V. , wie ich ihn erlebte

Unbekannter Surfer auf dem Veluwemeer

Unbekannter Surfer

Der am 7. Nov. 1975 in Saarlouis als Windglider- und Drachenflugclub Saar
gegründete Sportverein  führte erst später den Namen Windsurf-Club Saar e.V..Die eigenartige Verbindung von Fliegern und Surfern hielt nicht.
Meine Frau Eva und ich kamen 1963 in Feldwies am Chiemsee zum Surfschein. Dort trafen wir Mike Eskimo und die beiden Brüder Christoph und Martin Imdahl: Windsurfing Chiemsee.
Im Hotel von Papa unter dem Dach residierend eroberten sie zuerst mit Surf Hardware den Deutschen Markt mit Hawaii Feeling.
Die Surfwelt, der wir nun beitraten war gespalten.
Hier in Deutschland tobte noch der Windglider von Fred Ostermann über die Seen und einmal auch in Olympia.
Auf Hawaii und in California versuchten "Easy Going Hippie Surfer" mit allem, was ging zu gleiten und springen.
Loops, weite und hohe Sprünge beherrschten viele.
Der tripple backloop ist heute das Ziel.

Damals, Ende der 80er  sahen wir am Hood River die ersten Klappsegel, die ersten kleinen Flugphasen.
Daneben, näher am Himmel, die ersten Kiter.

Auch dort wo Wind ist, ist nicht immer Wind, und man macht sich Gedan- ken, wie man bei 10 Knots ins Gleiten kommt. Im Surfshop Gorge am River Hood hing dann auch ein 14,5 qm "Lappen" made by our good friend Andé Lefebvre.

Etwas früher lernten wir Rolf Dieter und Ingrid  Holtzmann kennen.

Die fuhren schon Regatta. In weißen Surfanzügen,
was uns lustig vorkam. Quasi die Gegenhippies.

 

Das Material war damal Schwachwindmaterial.
Durch Einsätze am Meer wurden schnell Fortschritte erzielt. Entwickelt wurde quasi am Verbraucher: Bessere Segel, bessere Masten, geübtere Fahrer.
Mylar und Trapez.

Dennoch bestanden nicht wenige Surfer weiterhin auf ihr lattenloses Dreiecksegel.

Manche bliesen Trompete beim Überqueren des Bostalsees. Freizeitsportler mit eigenem Grill und Kühltasche.
Andererseits die Regattasurfer, die es den Seglern nachtaten. Ernsthafte Sportler, in Mannschaften, Vereinen, Verbänden und Meisterschaften.

Plötzlich waren kleine Bretter in!

Surftechnisch bedeutete das: Verdrängerfahrt nicht möglich, Gleitpflicht! Schlaufen, Lattensegel  und Trapez.
Hier am Losheimer Stausee und Bostalsee, auch Frust, weil oft der Wind fehlte.
Renesse wurde neue Heimat der Deutsch-hippies

.

 

 

 

Rodi, Gleiten mit reiner Muskelkraft

Rolf-Dieter Holtzman

Windglider, Verdränger, oder doch Sinker? Surfen oder Grillen?

Nicht alle Trends führten zwar ans, aber nicht unbedingt aufs Wasser.

 

Sinker, Wasserstart lernen?
 

So mancher alte Recke streikte angesichts von Brettern, die nichts trugen und dem notwendigen Wasser-start.

Nicht so einer der ersten Stunde: Rolf Dieter Holtzmann.

Er hatte alle Phasen der Entwicklung miterlebt, oft sogar angeführt. Tri-Panelboards, wie der Alpha Professional oder  Halbverdränger, wie seine gelbe Cobra, besonders schnell durch Airbrush!

Lattensegel mit kurzer Gabel aber 5,60 m Mast: "Rennschnecke".

All dies weit bevor die SURF (en) davon Wind hatte! Hier quälte sich ein wahrer Trendsetter!

Nun, da er alles hatte, wollte auch  er mehr: Wasserstart und schnelle Kurzbretter mit Schlaufen. Und Halsen und ….naja!
Hat er dann auch alles hinbekommen und wurde einer der Schnellen, und auf jeden Fall der Ausdau- er-Champion.

Auch als fleißige Arbeitsbiene im Vorstand.
Danke RDH.

 

Die Langbrett-Regatta-Kultur blühte inzwischen unbeirrt weiter.
Eine andere Welt!

Hier trafen wir Roland Boettcher, den langjährigen Vorstand, der uns eine Hochzeit des Regattasports und des Vereinslebens bescherte.

Er gab gnadenlos den Takt vor. Bundesligaregatten, erfolgreiche eigene Teams. Echter Sport!
Wunderbares Surf-Erleben im Verein! Einer der besten aktiven Regatta-Surfer: Bruno Beck.
Heute 2. Vorsitzender.

 

Die Verdränger, immer schnell aber schwer zu fahren:
Wenige kennen sie. Aber schneller, als die Wind- glider waren sie auf jeden Fall. Vor allem bei Leicht- wind. Dennoch, wohl wegen der akrobatischen Fahrtechnik, der Kosten, des Handlings, kein Breitensportgerät.

 

Schwachsinn bei Schwachwind?

Wieder einen Entwick-

lungschritt weiter treffen wir auf die ganz breiten Pfannen: Formular Boards.

Oft auch bei Schwach- und Mittelwind den ander- en Brettkonstruktionen überlegen.
Das heißt aber auch 10 qm und mehr !

Vom Freizeitsport schon wegen der Kosten, dem anspruchsvollen Fahrstil, vollkommen entfernt.

 

Mitglied Jochen Bock, Deutscher Vizemeister Speed 1998

Jochen Bock

Speedfahren:

 

Auch vom Breitensport entfernt ist das Speed- fahren, wie es z.B. unser Jochen Bock (Ehrenmitglied) seit 1998 erfolgreich betreibt.
Damals auf der Needl schon schnell, heute fast 100 km/h auf dem kleinen kiteboard und 9 qm Schirm an extralanger Leine, obendrüber. Natürlich mit Bleiweste. Klar.

Costa Calma, Fuerte. Er freut sich auf euren Besuch! Vielleicht trefft ihr uns auch dort.
 

SUP:
Etwas näher am Breiten-sport, aber dennoch Hochleistungssportler, ist unser Kai-Nicolas Steimer. Der paddelt ohne Wind. SUP, Stand Up Paddling.
Profi und Meister verschie- dener Klassen.

 Im WSCS paddelt man nun auch.

So kommt jeder auf das Wasser und um die Boje. Auch wenn dem Verband da eines fehlt: Segel!

So erlebten und erleben wir das Surfen der ersten 40 Jahre WSCS e.V. Die Evolution geht weiter. Auch für uns.

 

Habe mir gerade ein Olympiaboard RS:X von Neil Pryde gekauft. Breit, Schwert, Volumen.
Damit kann auch ein etwas schwerer Surfer wie ich wieder gleiten und Höhe laufen, das es knallt.

Vielleicht wird es auch mal eines der ganz modernen Racebord mit 10 kg?

Unser Mitglied André Lefevbre baut begnadete Regattasegel dazu.

 

Neue Trendsportart: Familiensurfen?

Schon Manfred Mauer in seinem langen Schaffen als 2. Vorsitzender, neben Roland Boettcher, hat erkannt, dass es im Verein nicht nur um den Einzel- kämpfer, den Leistungs-sportler, allein gehen kann.
Verein bedeutet immer Gruppe, gemeinsame Erlebnisse, gemeinsame Freude.
Heute sind wir alle etwas gereifter, haben oft Kinder, Enkel, und die Sprünge sind kürzer geworden.
Wollen wir uns deshalb vom Surfen zurückziehen? Nein, im Gegenteil!
Wir bringen die Familie mit.

Mitmachen ist gefragter, denn je. So orientieren wir uns, mit Manfreds Worten, auf den „familien- orientierten Freizeitsport, ohne die Fitness, den Ehrgeiz außer Acht zu lassen“.
Mehr noch: Ausbildung steht bei uns ganz oben. Für den Nachwuchs, für den Wiedereinsteiger, für den Späteinsteiger. Das neue Material macht es uns einfacher. Wir haben es. Macht mit.
Wir treffen uns wieder am Wasser.

 

Euer Pressewart Norbert Radke (Norbär)

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